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Immobilien-News
Mittwoch, 15. November 2006 | 16:06 Uhr
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 Immobilien-News
Institutionelle Investoren zielen auf Europa außerhalb EU
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:42 Uhr
Institutionelle Immobilieninvestoren werden ihr Anlageverhalten in den nächsten Jahren stark internationalisieren und den Fokus der Nutzungsarten weiter diversifizieren. Im Fokus stehen dabei vor allem europäische, nicht der EU zugehörige Staaten, deren Anteil in den Portfolien in den kommenden drei Jahren um mehr als 700 Prozent zunehmen werden sowie die Region Asien/Pazifik und die USA, welche eben-falls stark an Bedeutung zunehmen werden. Der bislang dominante Anteil deutscher Investments dagegen wird weiter deutlich zurückgefahren.
Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Immobilienmanagement der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, im Auftrag der LB Immo Invest GmbH, Hamburg. Die Studie basiert auf Antworten von 41 institutionellen Investoren. Unter den Teilnehmern befanden sich Versicherungen, Kreditinstitute, Pensionskassen, berufsständische Altersvorsorgeeinrichtungen freier Berufe, Vermögensverwaltungen, Stiftungen, kirchliche Einrichtungen und Industrieunternehmen.
?Die Befragung hat ergeben, dass Investitionen in Osteuropa ganz oben auf der Einkaufsliste der Immobilieninvestoren stehen?, sagt Sebastian Thürmer, Leiter Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der LB Immo Invest GmbH. ?Die Anlagebereitschaft in Länder zu investieren, die gerade der EU beigetreten sind bzw. noch nicht Teil der EU sind, hat deutlich zugenommen?, so Thürmer.
Neben der regionalen Diversifikation planen die Unternehmen auch eine stärkere Streuung ihrer Anlagen in verschiedene Nutzungsarten. So soll der traditionell hohe Anteil an Büroimmobilien in den Portfolios von zurzeit mehr als 55 Prozent auf etwa 46 Prozent im Jahr 2009 sinken. Ge-plant wird dagegen eine Ausweitung der Investments in bislang weniger beachtete Nutzungsarten wie Senioren-, Logistik- und Infrastrukturim-mobilien sowie eine Aufstockung bei Handelsimmobilien. Der Anteil die-ser Sektoren am Gesamtportfolio soll sich stark überdurchschnittlich entwickeln.
Der institutionelle Investor verfolgt klare Vorstellungen bei der Länderallokation einer jeden Nutzungsart. So werden bei Seniorenimmobilien, Wohnungen oder Hotels Anlagen in Deutschland fokussiert, während Büroinvestments eher im Ausland gesucht werden. Ein weiterer Trend ist laut Studie die Verlagerung von der direkten Immobilienanlage hin zum indirekten Investment, beispielsweise dem Immobilien-Spezialfonds.
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 Immobilien-News
Rekord bei Hotelinvestments
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:41 Uhr
Das Hotelinvestmentvolumen in Deutschland hat nach Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang LaSalle (JLL), Frankfurt, bereits in den ersten zehn Monaten 2006 eine Rekordmarke erreicht. Mit bundesweit 1,03 Milliarden Euro wurde das höchste Niveau seit Beginn der statistischen Erhebung im Jahr 1990 verzeichnet. Gegenüber dem Gesamtjahr 2005 (792 Millionen Euro) bedeutet dies bereits in den ersten zehn Monaten 2006 eine Steigerung um 30 Prozent.
Insgesamt wechselten in Deutschland zwischen Januar und Oktober dieses Jahres 23 einzelne Hotelimmobilien sowie drei Hotels als Teil von europäischen Portfolios und drei deutschlandweite Portfolios den Eigentümer. Mit einem Anteil von 81 Prozent am Investmentvolumen dominieren laut JLL weiterhin die internationalen Investoren. ?Da der Kapitaldruck weiter besteht, gehen wir zum jetzigen Zeitpunkt von einem Hotelinvestmentvolumen in Deutschland von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr aus?, so Jürgen Baurmann, Leiter Jones Lang LaSalle Hotels Deutschland.
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 Immobilien-News
Wendepunkt am Wohnungsmarkt - Freiburger Bürger stimmen gegen Privatisierung von städtischen...
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:36 Uhr
Freiburger Bürger stimmen gegen Privatisierung von städtischen Wohnungen. Der Entscheid schmälert die Chancen für weitere Verkäufe.
Von Richard Haimann
Freiburg - Das Ergebnis war absehbar, die Konsequenzen sind es auch: "Freiburg ist ein Wendepunkt", sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Allianz-Immobilientochter Degi. Nachdem 70,5 Prozent der wahlberechtigten Einwohner der Breisgau-Stadt gegen den Verkauf von 7900 städtischen Wohnungen gestimmt haben, drohen nun eine ganze Reihe von Vorhaben, bei denen die öffentliche Hand auf Investoren angewiesen ist, auf Eis gelegt zu werden. Beyerle: "Im schlimmsten Fall werden auch Public-Private-Partnership-Projekte abgeblasen."
Mit dem Wohnungsverkauf wollte Freiburgs grüner Oberbürgermeister Dieter Salomon 510 Mio. Euro einnehmen, um die Schulden der Stadt zu tilgen. Nun ist die Kommune finanziell nicht mehr handlungsfähig. Experten hatten mit dem ablehnenden Votum gerechnet, nachdem die Bürgerinitiative "Wohnen ist Menschenrecht" problemlos die nötigen Unterschriften für den Bürgerentscheid zusammenbekommen.
Nicht nur in Freiburg, bundesweit gebe es erhebliche Ängste in der Bevölkerung vor den Folgen des Verkaufs kommunaler Wohnungspakete an ausländische Investoren, weiß Rolf Scheffler, Leiter von Aengevelt-Research. "Die Menschen hören von hohen Renditezielen und fürchten, dass die Mieten steigen und die Gebäude verkommen." Weder Politik, noch ausländische Investoren hätten bisher diese Ängste ernst genommen. Scheffler: "Kein Opportunity Fund hat eine aktive Kommunikationsstrategie betrieben, um Bürger und Mieter zu gewinnen." Dieser Ansicht ist auch Beyerle: "Die Investoren müssen lernen, dass eine gute Kommunikation 51 Prozent jedes gelungenen Kapitalmarktdeals ausmacht." Wie zum Beweis war gestern kein angelsächsischer Investor bereit, die Freiburger Entscheidung offiziell zu kommentieren.
Dabei dürfte das Bürgerveto Signalcharakter für andere Kommunen haben, in denen ein Verkauf von Wohnungsunternehmen geplant ist, meint der Degi-Chefresearcher. "Politiker werden gut überlegen, ob sie an Verkaufsplänen festhalten und ihre Wiederwahl aufs Spiel setzen." Auch Public-Private-Partnership-Projekte wie das Sale and Lease Back von Schulen und Krankenhäuser drohten nun zu scheitern, sagt Beyerle. Bei diesen Vorhaben verkauft eine Kommune ihre Immobilien an einen Investor und mietet sie anschließend zurück. Ziel ist es, mit dem Erlös Schulden zu tilgen.
Für Tobias Just, Immobilienanalyst bei Deutsche Bank Research, hat die Trendwende bereits beim Verkauf der Dresdner Woba an Fortress im Frühjahr begonnen. Just: "Damals gab es erstmals massiven Widerstand im politischen Raum." Dieser habe inzwischen erhebliche Ausmaße angenommen. Diese zeige das Gesetz zur Einführung der Real Estate Investment Trusts (REITs). Wegen heftigen Widerstands in der SPD sollen die Steuer optimierten, an einer langfristigen Bestandshaltung interessierten Trusts keine Wohnungen erwerben dürfen. Damit bleiben die nur an einer kurzfristigen Renditeoptimierung interessierten Opportunity Funds quasi die einzigen Ansprechpartner jener Kommunen, die ihre Wohnungsgesellschaften veräußern wollen, um die Haushaltslage aufzubessern.
Dabei schließt sich nach Ansicht von Just ohnehin das Zeitfenster, in dem Kommunen noch gute Preise bei Wohnungsverkäufen erzielen können. Wegen des Zinsanstiegs würden Investoren lediglich in wirtschaftlich starken Regionen noch Top-Preise zahlen. Das zeigen zwei Beispiele aus der vergangenen Woche: Für die Übernahme von 87 Prozent der Aktien der Grundstücks- und Baugesellschaft Heidenheim mit ihren 9000 Wohnungen in Rheinland-Pfalz blätterte Gagfah 763 Euro/qm hin. Hingegen zahlten Morgen Stanley Real Estate Fund (MSREF) und Arsago Real Estate für 1900 Wohnungen in Dresden lediglich 630 Euro/qm.
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Emissionshäuser setzen auf Holland-Fonds - Gute Renditen im Geschäft mit niederländischen...
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:35 Uhr
Gute Renditen im Geschäft mit niederländischen Immobilien - Kampf um erstklassige Objekte wird härter. Wenn Lage und Bauqualität stimmen, zahlen sie Spitzenpreise.
Von Jürgen Hoffmann
Holland ist für Hamburgs Fondsgesellschaften derzeit ein gutes Pflaster: Die Emissionshäuser HCI, MPC, Nordcapital und Bankhaus Wölbern und auch ihre Anleger verdienen mit niederländischen Immobilien in diesem Jahr viel Geld, obwohl es auch im Land der Windmühlen Bereiche gibt, in denen Flaute herrscht.
Dockworks Rotterdam heißt das spektakuläre Bürogebäude im Rotterdamer Hafen, das im April von der Reederei Hapag Lloyd bezogen wird. Das 12,7 Millionen Euro teure Objekt gehört dem Hamburger Emissionshaus Nordcapital. Anlegern, die sich mit Summen von mehr als 15 000 Euro am Fonds "Niederlande 9" beteiligen wollen, verspricht das Unternehmen gute Renditen. Geschäftsführer Peter Kallmeyer: "Objekte wie dieses - qualitativ hochwertig, gute Lage, bonitätsstarker Mieter, langfristiger Vertrag - sind Perlen, die selten geworden sind."
Die Mieteinnahmen ermöglichen Auszahlungen von jährlich 6,5 Prozent, ansteigend auf sieben Prozent. Die Werthaltigkeit erscheint gesichert. Kallmeyer: "Viele Firmen wählen gerne solche exklusiven Gebäude als Hauptsitz. Das macht die Vermietung und später den Verkauf einfach."
Nordcapital investiert nicht nur in neue Objekte, sondern macht auch Kasse durch den Verkauf älterer. So wurde der Fonds "Den Haag II" sechs Jahre vor Ende der Laufzeit an die Fondsgesellschaft der Credit-Suisse-Gruppe rund 30 Prozent über dem Einkaufspreis veräußert. Kallmeyer: "Damit hat der Fonds im Schnitt 13 Prozent Rendite per anno gebracht."
In den prosperierenden Ballungszentren Hollands wie Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Maastricht lässt sich mit hochwertigen Büros noch immer gutes Geld verdienen. Man muss nur an sie herankommen. "Der Kampf um 1a-Objekte hat in den vergangenen Jahren extrem zugenommen", sagt HCI-Geschäftsführer Oliver Georg. Bankhaus-Wölbern-Vorstand Erich Hirsch will darum versuchen, "an kleineren, aber dennoch chancenreichen Investitionsstandorten" Immobilien zu bekommen. Er ist aufgrund der "Stärke und Stabilität der Wirtschaft, der positiven steuerlichen Rahmenbedingungen und der hohen Markttransparenz für Investitionen" von Holland-Immobilien überzeugt. Peter Kallmeyer von Nordcapital: "Holland ist eine der wichtigsten Drehscheiben Europas. Die verkehrstechnische Infrastruktur ist hervorragend. Deswegen werden niederländische Immobilienfonds auch im kommenden Jahr gute Renditen abwerfen."
Auf Leerstände in vielen Gebäuden hat MPC Anfang November mit dem Verkauf der Immobilien aus 27 ihrer einstmals 45 geschlossenen Pools reagiert. Erlös: knapp eine Milliarde Euro. Käufer ist der Amsterdamer Investor Breevast. Das war, so MPC-Chef Axel Schroeder, "die größte und komplexeste Transaktion in der Geschichte geschlossener Fonds". Als Käufer von Holland-Immobilien treten derzeit vor allem internationale Investoren auf, Private-Equity- und Opportunity-Fonds.
Wenn Lage und Bauqualität stimmen, zahlen sie Spitzenpreise. Und auch solvente Mieter wie Hewlett-Packard, Dell, ING-Bank oder Deloitte & Touche mit langen Laufzeiten sprechen für ein Objekt. Wie Nordcapital und MPC will auch Bankhaus Wölbern, der Pionier für Holland-Fonds, die Gunst der Stunde zum Verkauf nutzen: 46 Fonds mit insgesamt 72 Immobilien sollen bis Ende 2007 aufgelöst werden.
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 Immobilien-News
IVG peilt Gewinnsprung auf 145 Millionen Euro an
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:34 Uhr
Bonn - Der Bonner Immobilienkonzern IVG sieht sich nach einem Gewinnsprung in den ersten neun Monaten 2006 auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte von Januar bis September auf 208 (Vorjahreszeitraum: 140) Mio. Euro, wie IVG am Dienstag mitteilte.
Der Markt hatte jedoch mehr erwartet: Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebit von 220,5 Mio. Euro gerechnet. Der Gewinn nach Steuern stieg auf 127 (56) Mio. Euro. Der Umsatz des Bonner Konzerns stagnierte nahezu bei 318 (315) Mio. Euro. Hier hatten die Experten im Schnitt rund sieben Millionen Euro mehr erwartet. Für das Gesamtjahr 2006 bekräftigte IVG seine Prognosen, nach denen der Nettogewinn auf 145 Mio. Euro steigen soll.
2005 hatte IVG nach Steuern 110 Mio. Euro verdient. Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr weiterhin mit einem Net Asset Value (NAV) von 22 (1
Euro pro Aktie. 2008 soll der Wert auf mehr als 24 Euro steigen. Die Kennzahl ergibt sich aus dem Marktwert des Immobilienportfolios abzüglich der Schulden.
IVG-Vorstandschef Wolfhard Leichnitz rechnet weiterhin mit einer starken Nachfrage nach Büroimmobilien in Europa. "In diesem Umfeld ist die IVG sehr gut aufgestellt, um weiter zu wachsen", erklärte der Vorstand des Unternehmens, das unter anderem Immobilien kauft, um sie später an die Börse zu bringen oder in Fonds an private und institutionelle Investoren weiterzuverkaufen. Mit dem Verkauf von Immobilien im Wert von 600 Mio. Euro in den ersten neun Monaten erwirtschaftete IVG in seinem Geschäftsbereich Portfoliomanagement einen Gewinn von 110 (46) Mio. Euro.
Das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen teilte außerdem mit, seinen Anteil an der Oppenheim Immobilien-Kapitalanlagegesellschaft bis Januar 2007 auf rund 94 von derzeit 50,1 Prozent erhöhen zu wollen.
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 Immobilien-News
Deutsche Annington soll an die Börse - Der Finanzinvestor Terra Firma will dem Gagfah-Beispiel...
Geschrieben von: Redaktion, am 15.11.2006, 09:29 Uhr
Der Finanzinvestor Terra Firma will dem Gagfah-Beispiel folgen. Analysten erwarten einen Rekordpreis für die Wohnungsholding. Nach Informationen aus Finanzmarktkreisen führt das Unternehmen unter anderem mit der Deutschen Bank und Morgan Stanley Gespräche.
Von Richard Haimann
Bochum - Der britische Finanzinvestor Terra Firma erwägt offenbar intensiv, seine Wohnungsholding Deutsche Annington an die Börse zu bringen. Das hat die WELT aus Kapitalmarktkreisen erfahren. Es gehe um einen der größten Börsengänge des nächsten Jahres. Volker Riebel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Annington, wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Er verwies auf seine Aussagen aus der Vergangenheit, in der er einen Börsengang der Deutsche Annington frühestens 2007 als eine mögliche Exit-Option bezeichnet hatte.
Nach Informationen aus Finanzmarktkreisen führt Terra Firma unter anderem mit der Deutschen Bank und Morgan Stanley Gespräche über eine Begleitung des Börsengangs. Der US-Investor Fortress habe mit dem Börsengang der von ihm kontrollierten Gagfah im Oktober gezeigt, dass ausländische Investoren über diesen Weg erfolgreich aus dem deutschen Markt aussteigen können, heißt es. Gestern lag der Aktienkurs mehr als 26 Prozent oberhalb des Emissionspreises von 19 Euro.
Das aus 150 000 Wohnungen bestehende Gagfah-Portfolio war beim Börsengang mit einem Preisaufschlag von 34 Prozent oberhalb des Nettovermögenswertes (Net Asset Value - NAV) bewertet worden. Terra Firma könnte für die Deutsche Annington mit ihren 230 000 Wohnungen bei der Erstemission nun einen noch deutlich höheren Aufpreis erhalten, heißt es bei Banken, die im Konsortialgeschäft tätig sind.
Wie Fortress werde auch Terra Firma zunächst lediglich einen Teil der Aktien in den Handel bringen, berichten Insider. Beim Börsengang der Gagfah waren 20 Prozent der Aktien emittiert worden. Fortress hatte dabei rund 853 Mio. Euro einnehmen können. Würde Terra Firma ein ebenso hohen Anteil der Aktien der Deutschen Annington an die Börse bringen, könnte das Emissionsvolumen mehr als zwei Mrd. Euro betragen.
Der Börsengang werde voraussichtlich im nächsten Jahr, spätestens aber 2008 erfolgen, heißt es in Finanzkreisen. Die Kapitalmarktfähigkeit der Wohnungsholding sei seit langem hergestellt. Die Entscheidung des Bundeskabinetts, Real Estate Investment Trusts (REITs) Käufe von Wohnungen zu untersagen, habe keinen Einfluss auf die Entscheidung zum Börsengang. "Das Beispiel Gagfah hat gezeigt, dass ausländische Investoren auch ohne Wohnungs-REITs ihre Bestände an die Börsen bringen können", sagt ein den Vorgängen vertrauter Insider.
Die Deutsche Annington ist eines der größten Wohnungsunternehmen am deutschen Markt. Zum Bestand zählen unter anderem 65 000 frühere Eisenbahnerwohnungen und die ehemalige E.on-Tochter Viterra mit 152 000 Wohnungen. Ende September hatte Riebel angekündigt, in den nächsten Jahren weitere 270 000 Wohnungen erwerben zu wollen. "Dieser Schritt wird die Wachstumsstrategie stärken."
Experten bezweifeln jedoch, dass sich diese Pläne problemlos umsetzen lassen, nachdem durch einen Bürgerentscheid am Wochenende in Freiburg der Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft gestoppt wurde. Das Veto von rund 70 Prozent der Wahlberechtigten markiere einen "Wendepunkt", sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Allianz-Immobilientochter Degi. "Politiker werden künftig gut überlegen, ob sie mit Verkäufen ihre Wiederwahl aufs Spiel setzen." Proteste gegen Wohnungsverkäufe gibt es unter anderem in Nordrhein-Westfalen, wo die Landesregierung die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) mit ihren 95 600 Wohnungen veräußern will. Die LEG gilt neben den 270 000 Wohnungen der sechs kommunalen Berliner Wohnungsunternehmen als letzter großer Brocken am deutschen Markt.
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 Immobilien-News
Rechter Immobilien-Deal verhindert
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:48 Uhr
Im Saale-Orla-Kreis ist ein rechter Immobilien-Deal verhindert worden. 1994 war es Neonazis in Pößneck noch gelungen, ein Veranstaltungsgebäude zu ersteigern.
PÖSSNECK. Erstmals gelang es jetzt in Thüringen, einen Immobilien-Deal der rechtsextremen Szene zu verhindern. "Vor der geplanten Versteigerung in dieser Woche ist ein Gebäude aus dem Saale-Orla-Kreis von der Auktionsliste genommen worden", bestätigte SPD-Landrat Frank Roßner dieser Zeitung. Es habe einen Hinweis gegeben, dass sich auch Neonazis für die Immobilie interessierten, sagte Roßner, und so sei auch die Bank bereit gewesen, auf die Versteigerung zu verzichten. Jetzt werde nach einer geeigneten Finanzierung und Nutzung für dieses Objekt, zu dem er keine näheren Details nennen wollte, gesucht.
Am Samstag unterstützte Roßner mit Pößnecks Bürgermeister Michael Modde von den Freien Wählern Bürgerproteste gegen zunehmenden Rechtsextremismus. Dabei räumte Roßner auf einer Kundgebung ein, dass im Falle des Pößnecker Schützenhauses, das 2004 ein bundesweit bekannter Rechtsextremist durch Versteigerung erworben hatte, zu spät gehandelt wurde.
Im Frühjahr 2005 fand dort eines der größten illegalen Skinheadkonzerte im Freistaat statt, weil die Polizei nicht in der Lage war, die Veranstaltung zu verhindern. Derzeit wird das einstige Kulturhaus als Lagerraum und für einen rechten Versandhandel genutzt. Wegen diverser Mängel und Auflagen erteilten die Behörden bisher keine Genehmigung zur weiteren Nutzung der Nazi-Immobilie. Unter anderem war dort eine Table-Dance-Bar beantragt worden.
Mit Hilfe des DGB, der Stadt und der Linksfraktion im Landtag trafen sich am Samtag engagierte Bürger zu der Protestveranstaltung in Pößneck, um ihren Widerstand gegen rechtsextreme Umtriebe zu bekunden.
Gegen rechte Aktivitäten ging am Wochenende auch die Polizei mit massiven Einsatzkräften vor. In der Nacht zu gestern wurden bei Gera und in Niederschmalkalden zwei illegale Neonazi-Konzerte aufgelöst. In Südthüringen leisteten mehrere der über 400 Neonazis Widerstand. In drei Fällen kam es deswegen sowie wegen Beleidigung vorübergehend zu Festnahmen. Es wurden 100 Platzverweise ausgesprochen. Nach Gera waren u.a. auch Radikale aus Polen und Tschechien angereist.
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Deutsche REITs und Immobilien - Deutscher Immobiliensektor erscheint in neuem Glanz
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:45 Uhr
Die Zeit des Stillstands in der deutschen Wirtschaft scheint vorbei zu sein. Neben Aktien sind es vor allem die Immobilienwerte, die von einem positiven gesamtwirtschaftlichen Umfeld profitieren.
Nach Jahren der Stagnation, scheint der deutsche Immobiliensektor im Zuge des einsetzenden wirtschaftlichen Aufschwungs und weiterhin niedrigen Zinsen im neuen Glanze zu erstrahlen.
Zudem ist es vor allem ein Kürzel das die Kurse der deutschen Immobilienaktien treibt: REITs, Real Estate Investment Trusts. Diese stellen eine besondere Form der Immobilienaktie dar und vereinen das Beste aus zwei Welten. Auf der einen Seite, bietet ein REITs ein ähnliches Renditeprofil wie die Direktanlage in Eigentum, auf der anderen Seite sind sie als Aktien ständig handelbar.
Gegenwärtig rechnet die Bundesregierung mit einer Einführung der deutschen Reits Anfang 2006.
Profitieren Sie bereits heute von den möglichen REITs von morgen. Die ABN AMRO bietet mit ihrem Deutsche Immobilien Index Zertifikat die Möglichkeit and den gegenwärtig 14 größten Immobilien Aktien in Deutschland zu partizipieren.
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 Immobilien-News
Immobiliengesellschaft GAGFAH expandiert nach Börsengang weiter
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:38 Uhr
Die Immobiliengesellschaft Gagfah  (Nachrichten/Aktienkurs) mit rund 150.000 Wohnungen in Deutschland expandiert nach ihrem Börsengang weiter. Das in Luxemburg angesiedelte Unternehmen erwarb knapp 87 Prozent an der Grundstücks- und Baugesellschaft AG Heidenheim und damit rund 9000 zusätzliche Wohnungen bundesweit. Dies teilten die GAGFAH und die baden-württembergische Stadt Heidenheim am Freitag mit. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.
Die GAGFAH, die im Oktober an die Börse ging, hat die Anteile unter anderem von den Stadtwerken Heidenheim, den Kreissparkassen Heidenheim und Biberach sowie von dem Maschinenbauer Voith AG erworben. Für die Mieter sei eine Sozialcharta abgeschlossen worden, hieß es in einer Erklärung. Nach früheren Angaben will die GAGFAH die Zahl ihrer Wohnungen in den kommenden drei bis fünf Jahren verdoppeln. Pro Jahr sollen bis zu 1,4 Milliarden Euro in Übernahmen investiert werden./is/mi/DP/sk
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Vivacon verbucht Rekordergebnis im dritten Quartal
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:36 Uhr
Köln (aktiencheck.de AG) - Die Vivacon AG (ISIN DE0006048911 (Nachrichten/Aktienkurs)/ WKN 604891) verbuchte im dritten Quartal eine kräftige Ergebnissteigerung und hat die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.
Wie der im SDAX notierte Immobilienkonzern am Montag erklärte, lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Berichtszeitraum bei 30,0 Mio. Euro, nach 3,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn konnte im Vorjahresvergleich von 1,8 Mio. Euro auf 17,2 Mio. Euro verbessert werden. Wesentlichen Anteil an der deutlichen Ergebnisverbesserung hatte die deutliche Steigerung beim Verkaufsvolumen beurkundeter Wohnungen, welches von 6,7 Mio. Euro auf 225,3 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 10,9 Mio. Euro auf 35,6 Mio. Euro.
Für das Gesamtjahr hält Vivacon an seinen zuletzt kommunizierten Prognosen fest.
Die Aktie von Vivacon notierte zuletzt bei 19,63 Euro.
www.finanznachrichten.de
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 Immobilien-News
Logistik-Flächen: Im Hamburger Hafen fehlt Platz
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:33 Uhr
Von Reiner Reichel
In Hamburg sind Logistik-Flächen knapp. Verantwortlich dafür ist vor allem der rasant zunehmende Containerumschlag.
HB DÜSSELDORF. Die Hansestadt ist mit im vergangenen Jahr gelöschten 8,1 Mill. TEU zweitgrößter Containerhafen Europas - nach Rotterdam. TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) ist das Maß für Standardcontainer. Nach einer Prognose des Instituts für Seefahrt und Logistik steigt der Containerumschlag in Hamburg bis zum Jahr 2015 auf 18 Mill. TEU.
Um dieses Wachstum zu bewältigen, werden nicht nur Flächen für neue Containerterminals gebraucht. Auch die Logistiker, die Waren aus den Containern bearbeiten oder neu zusammenstellen, suchen Flächen so nahe wie möglich am Wasser. Denn für etwa 30 Prozent der im Hafen gelöschten Containerladung fallen zusätzliche Dienstleistungen an.
Die Erschließung neuer Märkte im Osten macht Hamburg zum Warendrehkreuz - und der Container spielt dabei eine dominierende Rolle. "Zwei von drei durch Deutschland rollende Container starten in Hamburg", sagt Carmen Schwarz, Referentin bei der Logistik-Initiative Hamburg, und unterstreicht damit die Bedeutung des Containerumschlags für Hamburg. Die Initiative ist eine bei der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung angesiedelten Netzwerk-Organisation für Logistiker.
Inzwischen haben in Hamburg rund 154 000 Menschen in 5 700 Logistikbetrieben Arbeit gefunden. Tendenz steigend. Jüngster großer Erfolg der HWF: Textilfilialist H & M lässt vom Private-Equity-Fonds Carlyle Europe Real Estate Partners auf 15 Hektar (ha) ein 115 000 Quadratmeter (qm) großes Distributionszentrum im Stadtteil Allermöhe bauen und mietet es dann. Schon jetzt summiert die Immobilienberatungsfirma Jones Lang Lasalle (JLL) die Hallen-Lagerflächen auf 2,8 Mill. qm.
Zurzeit werden die Container-Umschlags-Kapazitäten erheblich ausgebaut. Nach Zahlen der stadteigenen Hamburg Port Authority (HPA), die Hafenflächen langfristig vermietet, verfügt der Hafen gegenwärtig über eine Jahreskapazität von 9,2 Mill. TEU. Der Ausbau bestehender Container-Terminals und der geplante Terminal "Mittlerer Freihafen" im Stadtteil Steinwerder mit allein 3,5 Mill. TEU sollen die Umschlagskapazität binnen zehn Jahren auf 21,3 Mill. TEU steigern. Der Haken: Für die gegenwärtig in Steinwerder tätigen Logistikbetriebe müssen Ersatzflächen gesucht werden, was nicht ganz reibungslos abläuft, wie HPA-Sprecherin Christiane Kuhrt einräumt.
Vorzeigeprojekt verschärft Flächenknappheit
Um den Bedarf der Logistikfirmen an wassernahen Flächen zu decken, müsste die Stadt jährlich zusätzlich 20 bis 30 ha Fläche im Hafen und Hafenrandgebiet zur Verfügung stellen, meint Renko Schmidt, Geschäftsführer der Ixocon GmbH, einem Entwickler von Logistik-Immobilien. Ixocon gehört zur Buss-Gruppe, die von der Umsiedlung in Steinwerder betroffen ist. Er hat einerseits Verständnis für die Umsiedlungsmaßnahme der HPA, beklagt aber andererseits, dass das Vorzeigeprojekt "Hafen-City" die Flächenknappheit für die Hafen-Logistiker verschärft. "Die Hafen-City-Flächen stehen nun den Logistikern nicht mehr zur Verfügung", sagt er. Auf ehemaligem Hafengebiet entsteht auf einer Fläche von 155 ha ein neuer Stadtteil, in dem im Jahr 2020 rund 12 000 Menschen in 5 500 Wohnungen leben und 40 000 Beschäftigte in neuen Bürogebäuden arbeiten werden.
HPA-Sprecherin Kuhrt bestreitet die Flächenknappheit nicht, kontert aber, für die verlorenen Flächen in der Umgebung der alten Speicherstadt erhalte die HPA Ausgleichsflächen in Moorburg in einer Größenordnung von 420 ha. Dort könnte etwa 2025 ein weiterer Containerterminal entstehen. Zuvor würden in Altenwerder 380 ha Fläche entwickelt, davon 45 ha binnen fünf Jahren. Und schließlich seien in den vergangenen zwei Jahren bereits 35,5 ha neue Flächen im Hafen vermietet worden.
Ein Problem ist offensichtlich die wachsende Nachfrage nach Großflächen - innerhalb und außerhalb des Hafengebiets. So bestätigt Frank Freitag, Leiter des JLL-Industrieimmobiliengeschäfts in Hamburg, dass die Anfragen immer öfter auf Flächen zielen, die größer sind als 5 000 qm. JLL zählte in den ersten neun Monaten 409 000 qm neu vermietete Fläche, rund 100 000 qm mehr als im gesamten Vorjahr.
Um außerhalb des Hafens mit der Nachfrage Schritt zu halten, will die Logistik-Initiative in den nächsten zehn Jahren jährlich 17 ha Bodenfläche für Logistikansiedlungen neu an den Markt bringen. Allein in diesem und im nächsten Jahr würden 40 ha zur Verfügung gestellt, kündigt Initiative-Referentin Schwarz an.
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 Immobilien-News
Häuserkampf im badischen Idyll - Seit einigen Monaten aber tobt in Freiburg ein erbitterter...
Geschrieben von: Redaktion, am 13.11.2006, 09:30 Uhr
Seit einigen Monaten aber tobt in Freiburg ein erbitterter Streit um den Verkauf von 7900 Wohnungen. Am Sonntag entscheiden die Bürger per Referendum.
Von Daniel Friedrich Sturm
Die Schwarzwaldmetropole will sich durch Verkauf von Wohnungen an Investoren entschulden
Foto: dpa
Freiburg - Die Stadt Freiburg in Deutschlands sonnigem Südwesten symbolisiert nicht gerade harte politische Auseinandersetzungen, Vorwürfe und Verleumdungen. Freiburg - das ist eher die gut situierte, akademisch geprägte Universitätsstadt mit Schwarzwald, Elsass und Schweiz vor der Tür. Freiburg steht für badische Gemütlichkeit, gute Küche wie guten Wein, Fahrräder, Sonnenkollektoren und gesunde Kürbiskernbrötchen. Die Ökohauptstadt Deutschlands wird seit gut fünf Jahren von einem grünen, pragmatisch orientierten Oberbürgermeister regiert.
Seit einigen Monaten aber tobt in Freiburg ein erbitterter Streit, in dessen Zentrum Dieter Salomon steht - der grüne Oberbürgermeister eben. Auf Salomons Betreiben hat der Gemeinderat der Stadt im Juli mit den Stimmen von CDU und Grünen den Verkauf der im kommunalen Besitz befindlichen 7900 Wohnungen beschlossen. Somit würde Freiburg 510 Mio. Euro erlösen und wäre schuldenfrei; die Stadt Dresden ist diesen Weg in diesem Jahr bereits gegangen (siehe nebenstehender Text).
Gegen diese Entscheidung bäumte sich in Freiburg binnen weniger Tage eine enorme Protestwelle auf: 24 000 Bürger unterschrieben zugunsten eines Bürgerentscheides. Diese Abstimmung findet an diesem Sonntag statt - und könnte den Beschluss des Gemeinderates zu Fall bringen. Das dafür notwendige Quorum jedoch ist hoch: Um den Beschluss des Gemeinderates zu kippen, müsste ein Viertel der Stimmberechtigten - das sind 37 300 Stimmen - für den Verbleib der Wohnungen in städtischem Besitz votieren. Doch jenseits dieses hohen Quorums stellt sich die Frage: Wie werden das grüne Stadtoberhaupt und die schwarz-grüne Koalition in dieser Angelegenheit weiter agieren, sollten mehr abgegebene Stimmen gegen den Verkauf votieren als dafür?
Mit viel Einsatz haben die Gegner des Wohnungsverkaufs insbesondere in den vergangenen Wochen mobilisiert. In Freiburg herrscht ein heißer Herbst. Dabei sind nicht nur die betroffenen Häuser mit Heuschrecken-Bettlaken geschmückt, in der Innenstadt sind Buttons und Transparente ebenso zu sehen. Analog einer Müntefering-Metapher symbolisieren die "Heuschreckle", wie man sie hier nennt, die möglichen ausländischen Investoren. Die möchte die SPD in Freiburg gar nicht gern sehen. Sie stellt den Kern der Gegner des Wohnungsverkaufs dar. "Die rot-grüne Phalanx im Gemeinderat ist vorbei", sagte Renate Buchen, Fraktionschefin der Sozialdemokraten im Gemeinderat. Die Enttäuschung über die Grünen, die die Erfolgreicheren in der Stadt vertreten und zudem erfolgreicher agieren als die SPD, ist groß.
Einst hätten die Grünen Häuser besetzt, nun wollten sie Wohnungen verkaufen, giftet man in der SPD. Die politische Gesäßgeographie ist mit den aktuellen Vorgängen kräftig durcheinander geraten: CDU, Grüne, die Freien Wähler und eine Gruppierung namens Junges Freiburg stehen zum Beschluss des Gemeinderates. SPD, FDP und eine Unabhängige Liste kämpfen gegen die "Heuschreckle". Die örtliche FDP bedient sich dabei eines Vokabulars, was anderswo zum Sprachgebrauch der Linkspartei zählt. Sie wettert gegen eine "Verkauf des Tafelsilbers" und plädiert für einen Teilverkauf.
Die SPD hingegen argumentiert traditionell: "Wohnungen im städtischen Eigentum wurden gebaut, um breite Bevölkerungsschichten mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen." In den zum Verkauf stehenden Wohnungen lebten überdurchschnittlich viele Arme, Ausländer und Rentner. Auf deren Kosten, so die SPD, wolle sich die Stadt gesund stoßen. Am Sonntag gehe es um eine "Richtungsentscheidung für die Stadt".
Die Gegner des Verkaufs stören sich nicht nur an der Sache selbst, sondern mindestens ebenso am Vorgehen. Sie halten das Vorgehen des Oberbürgermeisters für brachial. Salomon hatte sich ausge- rechnet am 1. April erstmals zu seinen Absichten geäußert. Viele hielten dies damals, allzumal nur fünf Tage nach der baden-württembergischen Landtagswahl, für einen Aprilsscherz. Schnell aber führte die Causa Wohnungsver-kauf zu Verhärtungen und Verkantungen zwischen den politischen Akteuren. Viele alte Weggefährten reden nicht mehr miteinander.
Der Oberbürgermeister, die Grünen und die CDU stellen ihre Pläne als alternativlos dar und werfen ihren Kritikern Panikmache vor. "Die Stadt ist momentan handlungsunfähig", sagte Salomon der WELT. Die Verschuldungsgrenze sei erreicht. "Wir haben seit 20 Jahren ein strukturelles Defizit, das man mit Schulden und Grundstücksverkäufen aufzufangen versucht hat. Das aber funktioniert nicht mehr." Der Verkauf betreffe allein die 7900 Wohnungen der Freiburger Stadtbau. Die 1000 Wohnungen, die der Stadt selbst gehören, sollen unberührt bleiben. "So können wir uns auf einen Schlag entschulden und wieder handlungsfähig werden", argumentiert Salomon. Den "harten Konsolidierungskurs" setze man dennoch fort. Den Vorwürfen der Gegner des Verkaufs begegnet er harsch. Wenn diese behaupten, der Verkauf geschehe auf dem Rücken sozial schwacher Mieter, poltert Salomon: "Das ist Unsinn. Es wird eine Sozialcharta geben, es wird keinem Mieter gekündigt und keine Miete wird erhöht." Der ranghöchste Grüne im ganzen Land ist überzeugt, den Bürgerentscheid für sich zu entscheiden. "Ich bin zuversichtlich, dass sich unsere Argumente durchsetzen werden", sagt Salomon, der einst in Politikwissenschaft über "Die Grünen und die Basisdemokratie" promoviert hat.
Längst aber wird in Freiburg über einen Kompromiss geredet. Immer wieder ist von einer Genossenschaftslösung die Rede. Doch selbst diese birgt Streit: Wie nämlich sollen Befürworter eines solchen Modells jetzt abstimmen? Auch darüber gehen die Meinungen auseinander. Ein Problem liegt zudem in der Fragestellung auf dem Stimmzettel: Wer gegen den Verkauf ist, muss "Ja" ankreuzen. Weil er dafür ist, dass die Stadt Eigentümerin bleibt. Wer einen Verkauf befürwortet, hat hingegen mit "Nein" zu votieren. Dies dürfte manchen Bürger verwirren - sogar im akademisch geprägten Freiburg.
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